Pferdefütterung bei Übergewicht und Stoffwechselproblemen: Warum Heuqualität entscheidend ist

Pferdefütterung, Übergewicht, Heuqualität und Stoffwechsel hängen enger zusammen, als viele Pferdebesitzer vermuten. Gerade leichtfuttrige Pferde, Ponys und Pferde mit einem empfindlichen Stoffwechsel benötigen eine durchdachte Futterration. Dabei geht es nicht darum, möglichst wenig zu füttern, sondern darum, das richtige Futter in der richtigen Menge und Qualität anzubieten.

Heu bildet dabei die Grundlage einer artgerechten Pferdefütterung. Doch Heu ist nicht gleich Heu: Schnittzeitpunkt, Energiegehalt, Zuckergehalt, Struktur und hygienische Qualität können die Fütterung maßgeblich beeinflussen.

Für Pferde, die zu Übergewicht neigen oder bei denen Stoffwechselthemen wie EMS, PSSM oder Cushing eine Rolle spielen, lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die gesamte Ration.

Pferdefütterung: Warum Raufutter die wichtigste Grundlage ist

Pferde sind auf die kontinuierliche Aufnahme rohfaserreicher Nahrung ausgelegt. Heu, Gras und andere Raufuttermittel bilden deshalb die Basis der Pferdefütterung. Aktuelle Empfehlungen betonen ebenfalls die zentrale Bedeutung von qualitativ hochwertigem Raufutter für Verdauung, Kaubedürfnis und eine bedarfsgerechte Versorgung.

Als grobe Orientierung werden häufig etwa 1,5 bis 2 kg Heu je 100 kg Körpergewicht und Tag angesetzt. Entscheidend ist jedoch nicht allein das Körpergewicht: Auch Sollgewicht, Heuqualität, Weideaufnahme, Arbeitsleistung, Haltung und individueller Gesundheitszustand müssen berücksichtigt werden.

Das bedeutet: Ein 600-kg-Pferd benötigt nicht automatisch dieselbe Ration wie ein anderes 600-kg-Pferd.

Ein leichtfuttriges Pony in Offenstallhaltung hat einen anderen Energiebedarf als ein Sportpferd im intensiven Training.

Pferdefütterung sollte deshalb immer individuell betrachtet werden.

Übergewicht beim Pferd: Nicht nur eine Frage der Futtermenge

Ein Pferd ist schnell als „etwas rund“ bezeichnet. Doch Übergewicht beim Pferd sollte nicht unterschätzt werden. Eine dauerhaft zu hohe Energieaufnahme bei gleichzeitig zu geringem Energieverbrauch kann zu einer übermäßigen Fettansammlung führen und mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein.

Besonders betroffen sind häufig:

  • leichtfuttrige Pferde
  • Ponys und Robustrassen
  • Pferde mit wenig Bewegung
  • Pferde mit dauerhaftem Zugang zu energiereichem Futter
  • Pferde mit Stoffwechselauffälligkeiten

Bei einem übergewichtigen Pferd sollte deshalb nicht einfach radikal die gesamte Futtermenge reduziert werden. Das Pferd benötigt weiterhin ausreichend Raufutter für Beschäftigung, Kautätigkeit und eine funktionierende Verdauung.

Die bessere Frage lautet:

Wie kann ich mein Pferd ausreichend mit Raufutter versorgen, ohne unnötig viel Energie zuzuführen?

Genau hier wird die Heuqualität entscheidend.

Heuqualität: Heu ist nicht gleich Heu

Heucobs Rehepferde Sensitive Cobs Magenpferd

Für die Pferdefütterung ist hochwertiges Heu unverzichtbar. Doch zwei Heuchargen können sich hinsichtlich Energie, Protein, Zucker und Struktur deutlich unterscheiden.

Ein gutes Pferdeheu sollte unter anderem:

  • hygienisch einwandfrei sein
  • frei von Schimmel und ungewöhnlichen Gerüchen sein
  • möglichst staubarm sein
  • keine Giftpflanzen oder Verunreinigungen enthalten
  • eine geeignete Struktur aufweisen
  • zum individuellen Bedarf des Pferdes passen

Die äußere Beurteilung ist allerdings nur ein Teil der Bewertung. Der tatsächliche Nährstoffgehalt lässt sich zuverlässiger über eine Heuanalyse bestimmen.

Gerade bei einem übergewichtigen Pferd oder bei Stoffwechselproblemen kann eine Heuanalyse deshalb sinnvoll sein. Sie liefert Informationen darüber, wie viel Energie und welche Nährstoffe tatsächlich über das Grundfutter aufgenommen werden.

Warum der Schnittzeitpunkt wichtig ist

Der Schnittzeitpunkt beeinflusst unter anderem Struktur, Energie- und Nährstoffgehalt des Heus. Für leichtfuttrige Pferde kann daher ein strukturreiches und energieärmeres Heu interessant sein.

Eine aktuelle Fachinformation der ATM weist ebenfalls darauf hin, dass Heu hinsichtlich seiner Qualität und seines Nährstoffgehalts sehr unterschiedlich sein kann.

Das zeigt: „Mein Pferd bekommt nur Heu“ bedeutet nicht automatisch, dass die Ration energiearm ist.

Pferd zu dick trotz Heu – woran kann es liegen?

Diese Frage stellen sich viele Pferdebesitzer:

„Mein Pferd bekommt kaum Kraftfutter – warum ist es trotzdem zu dick?“

Die Antwort liegt häufig in der Gesamtration.

Mögliche Faktoren sind:

  1. sehr energiereiches Heu
  2. zusätzlicher Weidegang
  3. zu große Raufuttermengen
  4. viele kleine Extras und Leckerlis
  5. zu wenig Bewegung
  6. ein nicht bedarfsgerechtes Kraft- oder Ergänzungsfutter
  7. eine nicht optimal zusammengestellte Gesamtration

Auch Gras darf bei der Berechnung nicht vergessen werden. Je nach Weidequalität und Dauer des Weidegangs kann ein Pferd erhebliche Mengen Energie über die Weide aufnehmen.

Deshalb sollte bei einem übergewichtigen Pferd immer die gesamte tägliche Energieaufnahme betrachtet werden.

Stoffwechsel beim Pferd: Zucker und Stärke im Blick behalten

Wenn vom Stoffwechsel beim Pferd gesprochen wird, fallen häufig Begriffe wie EMS, PSSM oder Cushing.

Dabei ist wichtig: Nicht jedes Pferd mit Stoffwechselproblemen benötigt dieselbe Fütterung. Die Ration sollte immer auf das individuelle Pferd und die jeweilige Diagnose abgestimmt werden.

Ein wichtiger Bestandteil ist jedoch die Betrachtung von Zucker und Stärke.

Insbesondere bei stoffwechselempfindlichen Pferden kann es sinnvoll sein, die Aufnahme von leicht verfügbaren Kohlenhydraten gezielt zu kontrollieren. Dabei sollte nicht nur das Kraftfutter betrachtet werden – auch Gras und Heu können relevante Mengen an Zucker liefern.

Deshalb lautet ein wichtiger Grundsatz:

Nicht nur das Müsli anschauen – die gesamte Ration zählt.

Bei bestehenden Erkrankungen wie EMS, PSSM oder Cushing sollte die Fütterung zudem mit Tierarzt, Tierernährungsberatung oder einer qualifizierten Futterberatung abgestimmt werden.

Getreidefreies Pferdefutter: Wann kann es sinnvoll sein?

Getreidefreies Pferdefutter kann für bestimmte Pferde eine interessante Möglichkeit sein, die Ration entsprechend individueller Anforderungen zusammenzustellen.

Dabei sollte „getreidefrei“ allerdings nicht automatisch mit „zuckerarm“ oder „kalorienarm“ gleichgesetzt werden. Entscheidend ist immer die tatsächliche Zusammensetzung des Futters.

Wir setzen bei zahlreichen Produkten auf getreide- und melassefreie Rezepturen und verzichtet unter anderem auf Weizen, Melasse, Soja, Reis, Palmöl und Füllstoffe.

Green Light 4.0 – Müsli für leichtfuttrige Pferde

Eohippos Green Light - Struktur Müsli für Pferde

Für leichtfuttrige Pferde und Pferde mit sensiblem Stoffwechsel wir beispielsweise das GREEN LIGHT 4.0 an.

Das getreide-, luzerne- und melassefreie Müsli enthält etwa 2,5 % Stärke und 8 % Zucker und besitzt einen hohen Rohfaseranteil. Es ist geeignet für leichtfuttrige Pferde, Robustrassen und Pferde mit sensiblem Stoffwechsel.

Wichtig bleibt auch hier: Das Produkt sollte nicht isoliert betrachtet werden. Die passende Menge hängt von der gesamten Ration und dem individuellen Bedarf des Pferdes ab.

PROMIN: Mineralstoffversorgung bei reduzierter Ration

Gerade bei einem Pferd mit Übergewicht entsteht ein interessantes Spannungsfeld:

Die Energiezufuhr soll reduziert werden – gleichzeitig muss das Pferd weiterhin ausreichend mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt werden.

Ein Mineralfutter kann hier eine wichtige Rolle spielen.

Eohippos PROMIN ist ein getreide-, melasse- und luzernefreies Mineralfutter mit niedrigem Stärke- und Zuckergehalt. Es enthält unter anderem Vitamin E, Selen, Zink, Biotin, Aminosäuren und verschiedene Mineralstoffe. Es ist auch für eine reine Heufütterung vorgesehen.

Gerade bei einer energieärmeren Ration sollte deshalb nicht einfach „weniger von allem“ gefüttert werden.

Weniger Energie bedeutet nicht weniger Nährstoffbedarf.

SENSITIVE COBS: Raufutter ergänzen

Eohippos Sensitive Cobs Timothee Heucobs ihne Zucker

Auch bei der Auswahl von Raufutterergänzungen lohnt sich ein genauer Blick auf die Zusammensetzung.

Die Eohippos SENSITIVE COBS bestehen zu 100 % aus getrocknetem Timotheegras und sind besonders stärke-, zucker- und fruktanarm. Wir empfehlen sie unter anderem für leichtfuttrige und stoffwechselempfindliche Pferde.

Heucobs beziehungsweise Raufutterergänzer können beispielsweise dann interessant sein, wenn die Raufutterversorgung angepasst werden muss oder eine zusätzliche strukturreiche Komponente benötigt wird.

Sie ersetzen jedoch nicht automatisch eine sorgfältige Betrachtung der gesamten Heuration.

FLOW 2.0: Ergänzung für den Stoffwechsel

Für die gezielte Ergänzung der Ration bieten wir außerdem FLOW 2.0 an.

Unser FLOW 2.0 enthält unter anderem Vitamin E, B-Vitamine, Biotin, Zink und organisches Selen sowie verschiedene pflanzliche Komponenten. Eohippos FLOW 2.0 dient zur Unterstützung von Stoffwechsel, Immunsystem, Haut und Muskulatur.

Dabei sollte klar unterschieden werden:

Ein Ergänzungsfutter ersetzt keine bedarfsgerechte Grundration und behandelt keine Stoffwechselerkrankung.

Bei diagnostizierten Erkrankungen gehört die Fütterungsstrategie in professionelle Hände. Ergänzungsfuttermittel können anschließend gezielt Bestandteil eines individuellen Fütterungskonzeptes sein.

Eohippos Flow Zusatzfutter für Stoffwechsel und Immunsystem für Pferde

Die häufigsten Fehler bei der Pferdefütterung von leichtfuttrigen Pferden

1. Zu wenig Heu statt energieärmerem Heu

Wer ein Pferd auf Diät setzen möchte, reduziert häufig zuerst drastisch die Heumenge.

Das kann jedoch problematisch sein, weil Raufutter für Pferde essenziell ist. Sinnvoller kann es sein, die Ration insgesamt zu analysieren und die Qualität beziehungsweise den Energiegehalt des Raufutters zu berücksichtigen.

2. Kraftfutter wird überschätzt

Viele Freizeitpferde benötigen bei leichter Arbeit nur wenig zusätzliches Kraftfutter. Die Energieversorgung kann in vielen Fällen bereits weitgehend über das Raufutter erfolgen.

3. Kleine Extras werden nicht mitgerechnet

Leckerli, Möhren, Mash, Toppings und andere Futtermittel summieren sich.

Auch ein vermeintlich kleines Extra sollte bei einem Pferd auf Diät Teil der Gesamtration sein.

4. Heu wird nur nach Farbe beurteilt

Grünes, aromatisches Heu sieht zwar attraktiv aus, aber die Farbe allein sagt nicht zuverlässig, ob es für ein übergewichtiges Pferd optimal geeignet ist.

Eine Heuanalyse kann hier wesentlich aussagekräftiger sein.

5. „Getreidefrei“ wird mit „Diätfutter“ gleichgesetzt

Getreidefreiheit allein sagt noch nichts über den Energie- oder Zuckergehalt eines Futters aus.

Entscheidend sind die tatsächlichen Nährwerte und die gefütterte Menge.

So kann eine sinnvolle Fütterungsstrategie aussehen

Für ein leichtfuttriges oder übergewichtiges Pferd kann folgende Reihenfolge bei der Futterplanung hilfreich sein:

1. Körpergewicht und Idealgewicht bestimmen

Nicht nur das aktuelle Gewicht betrachten, sondern auch beurteilen, welches Gewicht für das Pferd angemessen ist.

2. Raufuttermenge ermitteln

Heu und Weideaufnahme gemeinsam betrachten und nicht nur die Heuration im Stall.

3. Heuqualität prüfen

Bei Problemen mit Gewicht oder Stoffwechsel kann eine Heuanalyse wertvolle Informationen liefern.

4. Energiebedarf bestimmen

Alter, Rasse, Haltung, Bewegung und Trainingsumfang berücksichtigen.

5. Kraftfutter kritisch prüfen

Braucht das Pferd tatsächlich zusätzliche Energie – oder wird nur ein Mineralfutter „transportiert“?

6. Mineralstoffversorgung sicherstellen

Eine reduzierte Energieration sollte trotzdem bedarfsgerecht mit Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen versorgt werden.

7. Ergänzungsfutter gezielt einsetzen

Produkte wie Eohippos PROMIN oder FLOW 2.0 können je nach individueller Situation Bestandteil einer durchdachten Ration sein.

8. Gewicht regelmäßig kontrollieren

Nicht nur nach Augenmaß beurteilen. Gewichtsentwicklung, Body Condition und Muskulatur regelmäßig dokumentieren.

Fazit: Die beste Pferdefütterung beginnt beim Heu

Wenn ein Pferd zu Übergewicht neigt oder einen empfindlichen Stoffwechsel hat, ist die Lösung selten ein einzelnes „Diätfutter“.

Die Grundlage bleibt eine bedarfsgerechte Raufutterversorgung mit hochwertigem Heu. Erst danach sollte betrachtet werden, welche weiteren Futtermittel und Ergänzungen tatsächlich notwendig sind.

Besonders wichtig sind dabei:

  • Heuqualität
  • Raufuttermenge
  • Energiegehalt
  • Zucker und Stärke
  • Bewegung
  • Körpergewicht und Body Condition
  • Mineralstoffversorgung
  • individueller Stoffwechsel

Eohippos bietet für unterschiedliche Fütterungssituationen passende Produkte – darunter GREEN LIGHT 4.0 für leichtfuttrige Pferde und Pferde mit sensiblem Stoffwechsel, SENSITIVE COBS als stärke-, zucker- und fruktanarme Raufutterergänzung, PROMIN als getreidefreies Mineralfutter sowie FLOW 2.0 zur ergänzenden Unterstützung des Stoffwechsels.

Welches Produkt tatsächlich sinnvoll ist, hängt jedoch immer von der individuellen Ration und dem Bedarf des Pferdes ab. Wir bieten dafür eine kostenfreie Futterberatung inklusive Bedarfsberechnung an.

Denn gute Pferdefütterung bedeutet nicht: möglichst viel oder möglichst wenig füttern. Gute Pferdefütterung bedeutet, den individuellen Bedarf des Pferdes zu kennen und die Ration danach auszurichten.


Aktuelle News findest Du immer auf:

Futter für Pferde bei Facebook - Eohippos
Pferdefutter - Instagram
Nach oben scrollen

Newsletter

Melde Dich zu unserem kostenlosen Newsletter an, um regelmäßig per E-Mail über interessante Themen und unsere Produkte aus dem Bereich Pferdefutter informiert zu werden.

Ein kleines Dankeschön von uns:
10 % Nachlass
auf Deine nächste Bestellung  (Bestellwert ab 10 EUR, nicht gültig für bereits reduzierte Ware). Den Gutscheincode erhältst Du nach Deiner Anmeldung zum Newsletter