„Mein Pferd braucht Kraftfutter – schließlich arbeitet es!“
Diesen Satz hört man im Stall häufig. Aber stimmt das wirklich?
Die kurze Antwort lautet: Nein, nicht jedes Pferd braucht unbedingt Kraftfutter. Entscheidend ist vielmehr, was das Pferd tatsächlich an Energie und Nährstoffen benötigt und wie diese über die gesamte Ration gedeckt werden können.
Was ist überhaupt Kraftfutter?
Unter Kraftfutter versteht man Futtermittel, die im Vergleich zu Raufutter wie Heu oder Gras eine höhere Nährstoff- bzw. Energiedichte besitzen. Dazu gehören beispielsweise Getreide, Müslis, Pellets oder spezielle Ergänzungsfuttermittel.
Kraftfutter kann also eine sinnvolle Ergänzung der täglichen Fütterung sein – es ist aber kein Grundbaustein, den jedes Pferd automatisch benötigt.
Die Basis einer artgerechten Pferdefütterung sollte in erster Linie ein hochwertiges und bedarfsgerechtes Raufutter bilden. Erst wenn der Bedarf des Pferdes darüber nicht ausreichend gedeckt werden kann, kann eine Ergänzung sinnvoll sein.
Aber mein Pferd arbeitet doch!
Auch ein Pferd, das regelmäßig geritten oder gearbeitet wird, braucht nicht automatisch große Mengen Kraftfutter.
Wie viel Energie ein Pferd benötigt, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
- Körpergewicht und Körperzustand
- Arbeitsintensität und Trainingsumfang
- Alter
- Haltung und Bewegungsmöglichkeiten
- Qualität und Menge des Raufutters
- individueller Stoffwechsel
- weitere gesundheitliche oder besondere Anforderungen
Ein gemütliches Freizeitpferd, das mehrmals pro Woche leicht gearbeitet wird, hat einen ganz anderen Bedarf als ein Sportpferd im intensiven Training.
„Mein Pferd wird geritten“ ist deshalb noch keine ausreichende Begründung für eine bestimmte Menge Kraftfutter.
Kraftfutter sollte bedarfsgerecht eingesetzt werden
Bei der Fütterung geht es nicht darum, möglichst viele Nährstoffe oder möglichst viel Energie zu liefern. Ziel ist vielmehr, den individuellen Bedarf des Pferdes möglichst passend zu decken.
Bekommt ein Pferd beispielsweise bereits ausreichend Energie über sein Raufutter und erhält zusätzlich größere Mengen energiereiches Kraftfutter, kann die Energiezufuhr schnell über dem tatsächlichen Bedarf liegen.
Das kann sich unter anderem in einer zunehmenden Gewichtszunahme zeigen. Bei manchen Pferden kann eine hohe Energiezufuhr außerdem zu unerwünschter „Spritzigkeit“ beitragen.
Deshalb gilt:
So viel wie nötig – nicht so viel wie möglich.

Und wo kommt Eohippos ins Spiel?
Bei Eohippos steht deshalb nicht die Frage im Mittelpunkt, wie viel Kraftfutter ein Pferd bekommen kann, sondern vielmehr:
Was braucht dieses Pferd tatsächlich?
Je nach Pferd und Einsatzbereich können unterschiedliche Ergänzungen sinnvoll sein. Ein Pferd mit geringem Energiebedarf benötigt beispielsweise ein anderes Fütterungskonzept als ein Pferd, das im intensiven Training steht und zusätzliche Energie benötigt.
Auch die Versorgung mit Mineralstoffen, Eiweiß und anderen Nährstoffen sollte bei der Rationsgestaltung berücksichtigt werden.
Das Ziel sollte immer eine individuelle und ausgewogene Fütterung sein – und nicht einfach eine möglichst große Kraftfuttermenge im Trog.
Muss mein Pferd also komplett auf Kraftfutter verzichten?
Nein. Kraftfutter kann durchaus sinnvoll und hilfreich sein.
Gerade bei Pferden mit höherem Energiebedarf kann es schwierig sein, den zusätzlichen Bedarf allein über Raufutter zu decken. Hier kann ein passendes Kraftfutter eine praktische Möglichkeit sein, die Ration gezielt zu ergänzen.
Wichtig ist dabei, nicht pauschal nach dem Motto „mehr Arbeit = mehr Kraftfutter“ zu füttern, sondern die gesamte Ration zu betrachten.
Auch ein Pferd, das nur eine kleine Menge Kraftfutter erhält, kann damit sinnvoll versorgt sein – beispielsweise als Träger für ein Mineralfutter oder andere Ergänzungen.
Unser Mythos-Fazit
❌ Mythos: „Pferde brauchen unbedingt Kraftfutter.“
✅ Richtig ist: Nicht jedes Pferd braucht Kraftfutter. Die Grundlage bildet eine bedarfsgerechte Versorgung mit hochwertigem Raufutter. Kraftfutter kann dort sinnvoll ergänzen, wo zusätzlicher Energie- oder Nährstoffbedarf besteht.
Bei uns lautet deshalb die wichtigste Frage nicht:
„Wie viel Kraftfutter bekommt mein Pferd?“
sondern:
„Was braucht mein Pferd wirklich?“
Denn gute Pferdefütterung beginnt nicht mit dem Futtertrog – sondern mit dem individuellen Bedarf des Pferdes.
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